Acquisition
Kauf oder (Teile)-erwerb einer Unternehmung durch Dritte.
Acquisition and Leveraged Finance Strukturierung und Bereitstellung der Fremdmittel bei der Durchführung von Unternehmenstransaktionen. Typischerweise wird zur Ausnutzung des sog. Leverage-Effekts mit einem hohen Fremdmitteleinsatz strukturiert. Dabei wird in der Regel die Bereitstellung des Fremdkapitals auf die Ertragskraft der zu erwerbenden Gesellschaften abgestellt, aus deren Cash flow die Bedienung des Akquisitionskredites erfolgen soll.
Added Value  Mehrwert für das Venture-Unternehmen durch das von der VC-Gesellschaft eingebrachte Management-Know-how.
Akquisitionsfinanzierung  Fremdfinanzierungsform zur Finanzierung von Unternehmensakquisitionen. Typische Darlehensformen einer „Akquisitionsfinanzierung“ sind das Akquisitionsdarlehen, der Bridgeloan, der Working Capital-Loan sowie das Investitionsdarlehen.
Annuität Regelmäßige Jahresleistung zur Verzinsung und Tilgung einer Schuld. Bei der üblichen Form der konstanten Annuität handelt es sich um einen stets gleichbleibenden Betrag, der sich aus Zins- und Tilgungsleistungen zusammensetzt. Da der Zins nur auf die rückläufige Restschuld zu zahlen ist, wird der Zinsanteil immer kleiner, der Tilgungsanteil entsprechend höher. Bei der variablen Annuität hingegen bleibt der Tilgungsanteil unverändert.
Arbitriumwert Schiedswert für eine Unternehmung bzw. Beteiligung.
Asset Deal Kauf von Einzelwirtschaftsgütern einer Unternehmung. (z.B. Aufspaltung) Ein Investor erwirbt die Vermögensgegenstände (“Assets”) des Zielunternehmens. Die Gesellschaftsanteile (“Shares”) des Zielunternehmens verbleiben beim Verkäufer.
Asset Stripping Verkauf wesentlicher Teile der Aktiva eines Unternehemens durch den Käufer nach dem Erwerb. Dies kann aus finanzierungstechnischen Gründen, d.h. zur Beschaffung von Mitteln zwecks Rückführung eines Teils der Kaufpreisfinanzierung, oder aus strategischen Überlegungen, z.B. bei einem Verkauf von Randbereichen, erfolgen.
Atypisch stille Beteiligung Stille Beteiligung (geregelt in §§ 230 bis 236 HGB), bei der die stillen Gesellschaftern mitunternehmer-isch beteiligt sind.
Balanced Portfolio VC-Fonds, der nicht auf eine Investment-Phase (z.B. nur Frühphase) fokussiert ist.
Bankenkonsortium Eine Gruppe von Banken, die bei einer Kreditvergabe einem Kreditnehmer gemeinsam eine Finanzierung zu gleichen Konditionen bereitstellen. Dabei wird die Koordination in der Regel von einem Konsortialführer übernommen.
Beauty Contest Wettbewerb zwischen verschiedenen Dienstleistern um die Vergabe eines Mandats, z.B. dem Verkaufsmandat für ein Unternehmen. Die Teilnehmer an einem Beauty Contest sind z.B. M&A -Abteilungen von Banken und M&A-Firmen. Auswahlverfahren für die Zusammenstellung und Führung des Konsortiums beim Gang eines Unternehmens an die Börse (Going public). Bei einem Beauty Contest präsentieren die einzelnen Banken ihre Vorstellungen zum Emissionskonzept und Emissionspreis.
Beleihungswert Der Spielraum für eine mögliche Beleihung wird durch den Marktwert eines Vermögens-gegenstandes (z.B. Wertpapiere, Immobilien) bestimmt. Er wird vom Kreditgeber oder auch von einem vereidigten Sachverständigen ermittelt. Im effektiven Beleihungswert wird ein ausreichender Sicherheitsabschlag berück-sichtigt, der sich nach den absehbaren Risiken oder auch nach der Verwertbarkeit des zu beleihenden Objektes richtet. Grundsätzlich ist z.B. die Beleihungsgrenze bei Festverzinslichen Wertpapieren höher als bei Aktien, wo die Kursschwankungen und damit die Risiken relativ groß sind.
Benchmark Bewertungsoption, bei der man Vergleichswerte aus Transaktionen von Unternehmen der gleichen Branche heranzieht.
Beteiligungsgesellschaft siehe Kapitalbeteiligungsgesellschaft.
Beteiligungsprüfung Durch einen Finanz- oder strategischen Investor werden die wirtschaftlichen Verhältnisse und das Umfeld des Zielunternehmens eingehend analysiert. Im Falle einer positiven Einschätzung wird darauf aufbauend eine erste vorläufige Unternehmensbewertung erstellt, welche die Grundlage für den weiteren Prüfungs- und Verhandlungsprozess bildet.
Binding offer Verbindliche Abgabe eines Preisangebotes für ein Unternehmen oder Unternehmensteile durch einen möglichen Erwerber.
Blue Chips Bekannteste, größte und erfolgreichste Unternehmen.
Bonus-/Malusregelung Vereinbarung, bei der abhängig von der Zielerreichung des Unternehmens Eigenkapitalanteile zu Vorzugs-konditionen vom Verkäufer (Bonus) oder Käufer (Malus) erworben werden können.
Bottom-up Analysemethode, mit der Fondsmanager aufgrund der wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens Rückschlüsse auf die Entwicklung einer Aktie / eines Unternehmens ziehen.
Break-Even Zeitpunkt, in welchem ein Unternehmen die Gewinnschwelle überschreitet.
Bridge Financing Zwischenfinanzierung durch eine Bank oder einen Finanzinvestor. Eine derartige Zwischenfinanzierung kann bspw. dann relevant sein, wenn eine Bank Finanzierungsmittel zum Erwerb des Ziel-unternehmens bereitstellt, bevor der Kreditvertrag abschließend verhandelt und abgeschlossen wurde.
Burn Rate Geschwindigkeit, in welcher ein Venture-Unternehmen Geld verbraucht, z.B. ausgedrückt in monatlichem Liquiditätsabfluss des Unternehmens.
Business Angels (Vermögende) Privatpersonen, die idealerweise über Gründungs- bzw. Industrieerfahrung verfügen und einem Start-up Unternehmen sowohl Kapital als auch Know-how zur Verfügung stellen und dafür Unternehmensanteile erhalten.
Buy and Build Strategieform, bei der aufbauend auf einem ursprünglichen Investment Weitere (meist kleinere) Investments in der gleichen Branche getätigt werden. Die Ausgangsmotivation für eine derartige Strategie ist die Nutzung von Konsolidierungstendenzen in fragmentierten Branchen. Mögliche Ziele sind dabei die Verbesserung der operativen Margen durch die Nutzung von Skaleneffekten oder (und) die Schaffung von größeren, kapitalmarktfähigen Einheiten.
<td>Businessplan
auch “Geschäftsplan” — schriftliche Fixierung eines Planungs- und Entscheidungs- prozesses, der eine Zieldefinition für das Unternehmen darstellt. Strukturierte Darstellung der SWOT-Analyse, Ist-Daten zur Vermögens- Finanz- und Ertragslage, der Unternehmensstrategie und der Planwerte für wesentliche Unternehmens- parameter wie Umsätze, Erträge und Cash flows. Der Zeithorizont eines Business Plans beläuft sich in der Regel auf 3 bis 5 Jahre. Businesspläne bestehen aus
drei Teilbereichen:
a.
einem erläuternden Teil, in dem Zusammenhänge, Annahmen und geplante Aktivitäten erklärt werden;
b.
einem Zahlenteil, der die Auswirkungen der Annahmen und Aktivitäten auf Personalstärke, Umsätze, Investitionen, Liquidität und Gewinn wiederspiegelt, und
c.
einem Anhang, der Zeichnungen, Marktstudien, Detailrechnungen, Verträge und andere wichtige Unterlagen enthält. Businesspläne werden für unternehmensinterne (z.B. Controlling) oder unternehmens- externe (z.B. Kapital-/Finanzierungsbeschaffung) Zwecke erstellt. Art und Umfang der Ausarbeitung hängen von der Größe des Unternehmens, vom Kapitalbedarf, von den Zielen des Verfassers und von den individuellen Erwartungen des Empfängers ab.
Buy Back Rückerwerb von Gesellschaftsanteilen durch den Altgesell-schafter. Bei Buy-Out Transaktionen sind Buy Backs als Exit im Gegensatz zu Venture Capital Investments eher selten. Buy-In Management Buy-Out (BIMBO) Kombination aus einem Management Buy-Out (MBO) und einem Management Buy-In (MBI), d.h. das Managementteam eines Buy-Outs besteht aus internen und externen Managern.
Buy-Out Buy-Out ist der Sammelbegriff für sämtliche Transaktionen wie Management Buy-Out (MBO), Management Buy-In (MBI), Leveraged Buy-Out (LBO), Buy-In Management Buy-Out (BIMBO), Owners Buy-Out (OBO), Employee Buy-Out (EBO), Institutional Buy-Out (IBO) und Secondary Buy-Out
Buy Side Vertragsseite, auf der der Käufer steht.
Capital Gain Differenz zwischen dem ursprünglichen Investment und dem bei der Veräußerung erzielten Erlös. Bei einem Buy-Out verzichten Finanzinvestoren häufig zugunsten der Rückführung der Bankverbindlichkeiten auf laufende Ausschüttungen, so dass der Wertzuwachs durch den Capital Gain beim Exit realisiert wird.
CAPM (Capital Asset Pricing Modell) Das Anfang der 60er Jahre von Sharpe, Lintner und Mossin entwickelte und auf den Theorien von Markowitz aufbauende „Capital Asset Pricing Modell“ liefert einen Ansatzpunkt zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten. Mit Hilfe des „CAPM“ wird die vom Markt erwartete Rendite aller an der Börse gehandelten Aktien erklärt. Die Eigenkapitalkosten ergeben sich aus der erwarteten Mindestrendite (Dividenden und Kursgewinne) der Eigenkapitalgeber am Kapitalmarkt. Das Capital Asset Pricing Modell stellt die Hypothese auf, daß in einem vollkommenen Kapitalmarkt der erwartete Ertrag des risikobehafteten Marktportfolios die Rendite einer risikofreien Kapitalanlage um einen Betrag, nämlich der Risikoprämie für das Marktrisiko (Betafaktor) übersteigt.
Captive Investor Gehört mehrheitlich zu einer größeren Organisation wie bspw. einer Bank oder einer Versicherung und agiert demzufolge im Rahmen der Konzernzugehörigkeit.
Carried Interest Vereinbarung zwischen den Investoren und dem Management eines Fonds welche vorsieht, dass das Management bei der Erzielung von Capital Gains oder Wertsteigerungen zu einem gewissen Teil beteiligt wird.
Cash Flow Angabe für die innere Finanzkraft einer Unternehmung. Der Cashflow ist ein Finanz- und Erfolgsindikator. Er gibt an, in welchem Umfang die Unternehmung aus eigener Kraft, d.h. ohne auf Dritte angewiesen zu sein, durch ihre betriebliche Umsatztätigkeit finanzielle Mittel erwirtschaften kann bzw. bei rückschauender Betrachtung erwirtschaften konnte. Der Cashflow verkörpert Finanzmittel, die für Investitionen, Schuldentilgungen, Dividendenzahlungen und Aufstockungen der Liquiditätsbestände benutzt werden können, er ist ein Indiz für die Schuldentilgungskraft der Unternehmung und insoweit eine zentrale Größe für die Liquiditätsplanung und Liquiditätsbeurteilung.
Closing Unter „Closing“ wird der rechtlich bindende Abschluss einer Kauf- bzw. Verkaufstransaktion verstanden. Bestandteile des „Closing“ sind in der Regel Kaufvertrag, notarielle Beurkundung, Kaufpreisbezahlung und Eintritt des Käufers als Rechtsnachfolger
Cold Call Erstansprache möglicher Kaufinteressenten für ein Unternehmen durch den Berater ohne vorherige Kenntnis der Interessenlage des Kaufinteressenten.
Confidentiality Agreement Vertraulichkeitserklärung oder „Letter of Intent“ genannt, nach deren Maßgabe sich Mandats-träger (z.B. M&A-Beratung) und Mandant (zu verkaufendes Unternehmen) oder der Interessent zur absoluten Diskretion bezüglich der durchzuführenden Transaktion verpflichten.
Corporate Finance Unternehmensfinanzierung; ist die gesamte Strukturierung der Passivseite eines Unternehmens.
Co-Venturing Beteiligung mehrerer Investoren an einem Unternehmen.
Cross-border Transaktion Grenzüberschreitende, internationale Unternehmenstransaktion (käufer- oder verkäuferseitig).
Deal Geschäftsabschluss einer größeren Transaktion. Unternehmenskauf oder -verkauf bzw. der gesamte Prozess einer Unternehmensübertragung.
Debt Fremdkapitaleinsatz beim Kauf einer Unternehmung.
Degressive Abschreibung Zeitliche Abschreibungsmethode, bei der die jährliche Abschreibung (Absetzung für Abnutzung, AfA) mit einem festen Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert des Wirtschafts-gutes errechnet wird. Gegensatz: lineare AfA (fester Prozentsatz bezogen auf ursprünglichen Anschaffungs – bzw. Herstellungswert).
Diversifikation Das Bestreben, neue Marktsegmente, neue Produkte oder Dienstleistungen zu bedienen.
Due-Diligence Als Due Diligence bezeichnet man den Prozess der intensiven Untersuchung der finanziellen und wirtschaftlichen Situation und Planungen eines Unternehmens durch externe Experten (meist Banken, Anwälte und Wirtschaftsprüfer). Er hat das Ziel, alle wichtigen unternehmensinternen Voraussetzungen, die Einfluss auf die zukünftige Geschäftstätigkeit haben könnten, sowie potenzielle Risiken erkennen zu können. Im Vorfeld eines Börsengangs oder einer Kapitalerhöhung ist die Durchführung einer Due Diligence die Voraussetzung für die Erstellung eines Emissionsprospekts ( Prospekt). Prüfung der wirt-schaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Verhältnisse des konkreten Verkaufsobjekts durch den Käufer.
DVFA/SG-Ergebnis Die Abkürzung DVFA/ SG steht für Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse/ Schmalenbach Gesellschaft. Nach einem bestimmten Schema werden außerordentliche, außergewöhnliche und aperiodische Einflüsse aus dem Jahresüberschuss eliminiert, um diesen innerhalb einer Branche oder des Gesamtmarktes vergleichbar zu machen. Ermittelt wird das Ergebnis je Aktie, das die Grundlage des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) bildet.
Head Investor Einzelinvestor mit erhöhtem Risiko und Konsortionalführerschaft.
Early Stage Investment Investitionen in junge, wachstumsstarke Unternehmen mit einem zumeist Negativen Cashflow. Bei Buy-Outs handelt es sich üblicherweise um etablierte Unternehmen mit einem positiven Cashflow, diese werden daher als Later Stage Investments bezeichnet.
Earnings before Interest and Taxes (EBIT) Jahresergebnis eines Unternehmens vor Zinsen und Steuern, oftmals auch als Betriebsergebnis oder operatives Ergebnis bezeichnet. EBIT spielt sowohl bei der Unternehmensbewertung als auch bei der Strukturierung der Finanzierung eines Buy-Outs eine zentrale Rolle.
Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA) Jahresergebnis eines Unternehmens vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. (EBIT vor Abschreibungen und Amortisation) Amortisationen spielen in der deutschen Rechnungslegung keine Rolle, da im Gegensatz zu der angelsächsischen Rechnungslegung zwischen Abschreibungen auf materielle (depreciation) und immaterielle (amortization) Vermögensgegenstände nicht unterschieden wird. Gelegentlich wird daher hierzulande auch die inhaltliche identische Definition EBDIT verwendet. EBITDA wir häufig als operativer Cash-flow interpretiert, da ermittelt wird, welche Liquidität das Unternehmen operativ erwirtschaftet.
Earn-Out Ein Earn-Out ist eine Vereinbarung, welche Zahlungen des Käufers an den Verkäufer zu späteren Zeitpunkten vorsieht, deren Höhe von der Entwicklung bestimmter Unternehmenszahlen (Umsatz, Ergebnis, etc.) abhängt.
Eigenkapital Kapital eines Unternehmens, das den Eigentümern gehört. In der Bilanz des Einzelkaufmanns und der Personengesellschaft ausgewiesen als Differenz zwischen dem Vermögen der Aktivseite und den Verbindlichkeiten der Passivseite auf den Kapital-konten der Gesellschafter. Beim Einzelkaufmann und persönlich haftenden Gesellschafter jährliche Veränderung durch Gewinn oder Verlust. Bei Kapitalgesellschaften erscheint in der Bilanz unverändert das Nominalkapital zuzüglich offener Rücklagen.
Eigenkapitalquote Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital.
Equity Eigenkapital beim Unternehmenskauf. Englischer Begriff für Eigenkapital. Die der Unternehmung von ihren Eigentümern Ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung gestellten Mittel. Eigenkapital kann dem Unternehmen von außen (z.B. durch eine Kapitalerhöhung gegen Einlagen) oder von innen (z.B. durch Verzicht auf Gewinn-ausschüttung) zufließen. Bei einer Kapitalgesellschaft errechnet sich das (bilanzielle) Eigenkapital aus dem gezeichneten Kapital zuzüglich der Kapitalrücklage, den Gewinnrücklagen, den Sonderposten mit Rücklagenanteil abzüglich der ausstehenden Einlagen auf das gezeichnete Kapital. Das effektive Eigenkapital berücksichtigt zusätzlich noch die stillen Reserven.
Ertragswert Summe der auf einen bestimmten Stichtag abgezinsten, künftigen Ertragsüberschüsse.
Ertragswertverfahren Vor allem in Deutschland weit verbreitetes Verfahren zur Unternehmenswertberechnung. Unter der Annahme längerfristiger Kontinuität wird der durchschnittlich erzielte und um verschiedene Posten berichtigte Gewinn der letzten 3–5 Jahre zugrunde gelegt. Abgezinst ergibt sich daraus der Bar(=Ertrags)wert: (Gewinn x 100):(Kapitalzinsfuß in %).
EURIBOR Abkürzung für Euro Inter Banking Offering Rate. Es handelt sich dabei um den Refinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken auf dem Geldmarkt Mittel zur Refinanzierung der Kreditvergabe beschaffen können.
EVCA European Venture Capital Association. Vereinigung europäischer Venture-Capital- und Private Equity-Gesellschaften.
Exit Ausstieg der Investoren aus der Unternehmensbeteiligung. Investoren bezeichnen die Weiterveräußerung des von ihnen erworbenen Investments als Exit. Die verschiedenen Möglichkeiten des Exit werden als Exit-Kanäle bezeichnet. Mögliche können sein: Börsengang (Initial Public Offering bzw. IPO), Verkauf an ein Unternehmen (Trade Sale), Veräusserung an andere Finanzinvestoren (Secondary Buy-Out) oder Verkauf an das Management(MBO).
Exposé Verkaufsprospekt, der interessierten Käufern einen ersten Eindruck vermittelt und vorhandenen Interessenten so viel Informationen bietet, daß für einen Käufer ersichtlich wird, ob es sich lohnt, nähere Informationen einzuholen und eventuell in Verhandlungen zu treten. Meist ist das Expose neutral und diskret aufgebaut, da sich ein Unternehmens- kauf aus wirtschaftlichen Gründen nicht herumsprechen sollte
Financial Covenant Verpflichtung des Kreditnehmers gegenüber der Bank, ein im Kreditvertrag festgelegten Grenzwert einer gleichfalls im Kreditvertrag definierten Finanzkennzahl einzuhalten. Häufig verwendete Finanzkennzahlen sind der Cashflow-Deckungsgrad, definiert als operativer Cashflow dividiert durch Gesamtkapitaldienst, und der Zinsdeckungsgrad, definiert als Betriebsergebnis (EBIT) dividiert durch Zinsauszahlungen. Ferner werden oftmals ein Minimum der Eigenmittel und maximale jährliche Investitionen festgelegt.
Financial Ratios Finanzkennzahlen zur Kontrolle und Steuerung der Vermögens-/ Finanz- und Ertragslage des Unternehmens, wie z.B. Rentabilitäts-, Liquiditäts- und Bilanzkennzahlen.
Finanzierungsphase auch: Finanzierungsrunde. Wachstumsunternehmen werden in Unternehmensphasen eingeteilt. Siehe im einzelnen: Seed Capital; Early-Stage Financing; Later Stage Financing; Brigde Financing; IPO.
First Stage Financing Kapital, das für den Aufbau und die Realisierung eines Geschäftskonzeptes notwendig ist.
Fremdkapital Die der Unternehmung aufgrund von Schuldverpflichtungen für begrenzte Zeit überlassenen Mittel.
Gearing Finanzanalytischer Begriff, der das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdmitteln beziffert und insbesondere in den angelsächsischen Ländern verwendet wird. Das Gearing wird ermittelt, in dem die Fremdmittel durch die Eigenmittel dividiert werden.
Gesamtkapitalrendite Verhältnis zwischen operativem Ertrag und gesamtem Kapitaleinsatz, kann über den Quotienten EBIT dividiert durch Summe aus Eigenmitteln plus Fremdkapital ermittelt werden.
<td>GmbH & Co. KG
Besondere Ausprägung der im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelten Kommanditgesellschaft (KG). Der unbegrenzt haftende Gesellschafter (Vollhafter, Komplementär, persönlich haftender Gesellschafter / phG) ist im Gegensatz zur reinen KG keine natürliche Person, sondern eine juristische Person (GmbH). Übliche Form bei geschlossenen Fonds aus Gründen der Risikobegrenzung für den Vollhafter.
Going public/IPO Börsengang eines Unternehmens (Exit-Variante).
Goodwill Firmenwert, welcher entsteht, wenn der Kaufpreis der Anteile den Buchwert übersteigt. Bei der Ermittlung eines Firmenwerts ist gegebenenfalls zu berücksichtigen, dass stille Reserven im Anlagevermögen mittels Step-Up aktiviert werden können. Firmenwerte sind aktivierungspflichtig und werden steuerrechtlich über eine Periode von mindestens 15 Jahren abgeschrieben.
Hostile Take-over Übernahme eines Unternehmens gegen den Willen der Geschäftsleitung. (feindliche Übernahme)
Hurdle Rate Vor Wirksam werden der Gewinnbeteiligung des Managements erhalten die Investoren der VC-Gesellschaft zunächst eine Basisvergütung.
Indicative offer Erste Abgabe eines Angebots bzw. Kaufpreises durch mögliche Erwerber nach Prüfung und Analyse, z.B. eines Unternehmensmemorandums; in der Regel unverbindlich.
Informations Memorandum Ein in der Regel durch den Berater des Verkäufers erstelltes Dokument, welches alle wesentlichen Unternehmensinformationen enthält. Siehe auch Memorandum.
Initial Public Offering (IPO) Erstmalige Börseneinführung eines Unternehmens. Dieser Vorgang wird auch als Going Public bezeichnet
Initiator Unternehmer, der ein Investitionsprojekt startet (initiiert) und dafür öffentlich privates Anlagekapital einwirbt.
Institutional Buy-Out (IBO) Finanzinvestoren oder institutionelle Anleger erwerben ein Unternehmen, und entscheiden erst nach dem Erwerb über die Besetzung des Managements. Derartige Transaktionen werden auch als Financial Purchase bezeichnet.
Interner Zinsfuß Der interne Zinsfuß gibt die Verzinsung bezogen auf das jeweils gebundene Kapital unter Berücksichtigung erfolgter Ausschüttungen an.
Internal Rate of Return (IRR) Entspricht der internen Kapitalverzinsung nach Interner Zinsfuss-Methode. Grundlage für die Ermittlung sind sämtliche Zahlungsströme und deren Zeitpunkte. Der IRR als annualisierte Rendite kann daher erst nach der Realisierung des Exits berrechnet werden. Finanzinvestoren bewerten ihre Investments üblicherweise auf dieser Basis.
Investment Proposal Vorschlag zum Eingehen einer Beteiligung, die üblicherweise der Manager eines Venture-Capital Fonds der eigenen Investorenrunde vorlegt. Darin wird das Unternehmen und die Ergebnisse der Due Dilligence vorgestellt und zur Investition geraten.
Investor Käufer oder Finanzier eines Unternehmens. Finanzinvestor . Ein Finanzinvestor trifft seine Investmententscheidungen einzelfall abhängig auf Basis von Finanzkennzahlen und vernachlässigt bei seinen Überlegungen im Gegensatz zu einem strategischen (industriellen) Investor mögliche Effekte wie Synergien. Ausnahmen können jedoch Buy and Build Strategien sein.
Junk Bond Amerikanischer Begriff für spekulative hochverzinsliche Anleihen die ausschließlich für den Zweck von Firmenübernahmen emittiert wurden. Die Bezeichnung wird mittlerweile jedoch im Zusammenhang mit allen Arten von Rentenpapieren geringer Bonität verwendet.
Kapitalbeteiligungs- gesellschaft Eine Gesellschaft, die ihre finanziellen Mittel in noch nicht börsennotierten Unternehmen anlegt. Dadurch wird diesen Unternehmen mittelbar der Kapitalmarkt geöffnet.
K.O.-Kriterium   Ausschlusskriterium bei der Beteiligungsprüfung.
Kommanditgesellschaft (KG) Personenhandelsgesellschaft, bei der bei einem oder mehreren Gesellschaftern die Haftung gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft auf den Betrag einer bestimmten Vermögenseinlage beschränkt ist (Kommanditisten). Bei dem oder den anderen Gesellschafter(n) findet eine Beschränkung der Haftung dagegen nicht statt (persönlich haftende Gesellschafter). Vorschriften über die Kommanditgesellschaft enthalten §§ 161 bis 177 a HGB.
Konsortialführer Ein Konsortialführer ist bei einer Kreditfinanzierung, IPO, Anleihenemission, etc. die federführende Bank, die die weiteren an dem Konsortium beteiligten Banken nach außen vertritt.
Kommanditist Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft, bei dem die Haftung gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft auf den Betrag einer bestimmten Vermögenseinlage beschränkt ist.
Kommanditkapital Kapital, das die Kommanditisten aufbringen. Entspricht – ausgenommen Einlagen der Gründungskommanditisten – dem Platzierungskapitalvolumen. Neben dem ggf. in Anspruch genommenen Fremdkapital (Bankdarlehen) wesentlicher Teil des Gesamtkapitals einer Kommanditgesellschaft (Fonds).
Komplementär Persönlich haftender Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft.
Leveraged-buy-out (LBO) Unternehmenskauf, bei dem das Betriebsvermögen zur Sicherung der Übernahmefinanzierung eingesetzt wird und somit eine erhöhte Fremdfinanzierung ermöglicht.
Later Stage Investments Beteiligungen an etablierten Unternehmen, welche im allgemeinen einen positiven Cashflow aufweisen. Buy-Outs sind typische Later Stage- Transaktionen.
Lead Investor Übernimmt in einem Konsortium verschiedener Investoren die führende aktive Rolle. Üblicherweise hält er im Vergleich zu den Co-Investoren auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Die Festlegung eines Lead Investors erleichtert interne Abstimmungen zwischen den verschiedenen Beteiligten erheblich.
Lemons Zitronen sind aus Sicht der Investoren diejenigen Fälle, die hinter der Renditeerwartung zurückbleiben.
Leverage Hebelwirkung durch die Aufnahme von Fremdkapital kann der Gewinn und die Eigenkapitalrentabilität gesteigert werden, solange der Fremdkapital- zinssatz niedriger ist, als die durchschnittliche Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals. Die Hebelwirkung ist um so stärker, je höher der Verschuldungsgrad ist. Der Leverage ist in der statischen Betrachtung das Verhältnis der Fremdmittel zu der Gesamtkapitalisierung eines Unternehmens bei einem Buy-Out. Ein Leverage von bspw. 65% bedeutet, dass die gesamte Finanzierung zu 65% durch Fremdmittel dargestellt wurde, und die Investoren demzufolge Eigenmittel von 35% des gesamten Finanzierungsbedarfs bereitgestellt haben. In der dynamischen Betrachtung ist der Leverage das Verhältnis von Fremdmitteln zu operativem Ergebnis (EBIT) oder operativem Cash-flow (EBITDA). Ein Leverage von bspw. 4 bedeutet in dieser Betrachtung, dass Fremdmittel in vierfacher Höhe des operativen Ergebnisses dargestellt wurden.
Leveraged Buy-Out (LBO) Per Definition ein Management Buy-Out, der mit Fremdkapital finanziert wird. Da Management Buy-Outs in den meisten Fällen anteilig durch Bankkredite finanziert werden, wird die Bezeichnung üblicherweise nur dann verwendet, wenn eine besonders hohe Fremdkapitalquote dargestellt wurde. Historisch betrachtet wurde der Begriff Mitte der achziger Jahre in den USA populär, als Management Buy-Outs besonders aggressiv mit einem Eigenkapitalanteil von teilweise nur 10 bis 15% finanziert wurden. In Deutschland hat es in der Vergangenheit solche aggressiven Strukturen nicht gegeben, so dass in der Praxis hierzulande eine Abgrenzung zwischen einem Management Buy-Out und einem Leveraged Buy-Out kaum möglich ist.
Liquidation Beendigung der laufenden Geschäfte, Einziehung der Forderungen, Umsetzung des übrigen Vermögens in Geld und Befriedigung der Gläubiger einer aufgelösten Gesellschaft (geregelt in §§ 145 bis 158 HGB).
LOI (Letter of intent / interest) Schriftliche Absichtserklärung eines möglichen Käufers, das zu erwerbende Unternehmen zu einem bestimmten Kaufpreis und zu bestimmten Konditionen zu übernehmen. Damit signalisiert der Käufer – in der Regel nach einer ersten Prüfung – ein grundsätzlich weiterreichendes Interesse am Erwerb der Zielgesellschaft. Der Charakter dieser Vereinbarung variiert je nach Ausgestaltung, Inhalt und Formulierung im Einzelfall zwischen einer nicht-bindenden Absichtserklärung und einem rechtlich bindenden Vorvertrag.
Long list / Short list Die long list bzw. short list umfaßt eine Auswahl an potenziellen Investoren für den Unternehmensverkauf bzw. identifizierten Zielunternehmen für den Unternehmenskauf. Während die long list noch eine eher weite Auswahl von Unternehmen ist, die nach Gesichtspunkten wie Branchenschwerpunkt, strategische Geschäftsfeldausrichtung etc. erstellt wird, finden sich nach weiteren Auswahlschritten in der short list nur noch Unternehmen, die auch wirklich angesprochen werden oder ein weitergehendes Interesse an einem Kauf geäußert haben, da ihnen ein höheres Interesse und/ oder entsprechende Finanzkraft zugeschrieben wird.
Management-buy-in (MBI) Außenstehende Manager kaufen sich in ein Unternehmen ein. Einer oder mehrere externe Manager erwerben oftmals zusammen mit Finanzinvestoren ein Unternehmen. Im Gegensatz zu einem Management Buy-Out (MBO) verfügen die Manager über keine relevanten Insiderkenntnisse des zu erwerbenden Unternehmens, wodurch sich im Vergleich zum MBO ein höheres Maß an Unsicherheiten ergibt.
Management-buy-out (MBO) Das bisherige Management kauft das Unternehmen. Das bestehende Management erwirbt das Unternehmen. Im Normalfall erfolgen Strukturierung und Finanzierung des Erwerbs in Kooperation mit Finanzinvestoren. Des weiteren wird üblicherweise eine Bank zwecks Fremdfinanzierung eines wesentlichen Teils des Kaufpreises involviert. Davon zu unterscheiden sind Management Buy-Outs in Turn-around-Situationen, wo das Unternehmen üblicherweise zu einem symbolischen Preis veräußert wird.
Memorandum / Exposé Das Memorandum ist eine quantitative und qualitative Dokumentation des zum Verkauf stehenden Unternehmens und beinhaltet in der Regel Informationen über das Unternehmen selbst (Organisation, Wertschöpfung, Finanzdaten, Mitarbeiter etc.), das Branchenumfeld, den Wettbewerb und den Verkaufsgrund der Alt- gesellschafter. Das Unternehmensmemorandum wird potentiellen Kauf- interessenten gegen eine entsprechende Vertraulichkeitserklärung zur Verfügung gestellt.
Merger Verschmelzung oder Zusammenschluss zweier Unternehmen.
Mergers & Acquisitions (M&A) Berater und Vermittler von Unternehmen und manchmal gewerblichen Grundstücken. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt “Fusionen und Unternehmensübernahme/kauf. Hierbei steht nicht die klassische Form der Unternehmensberatung im Vordergrund sondern das Suchen. Es handelt sich primär um eine Makler und nicht um eine Beratertätigkeit. M&A kennzeichnet einen Tätigkeitsbereich, der schwerpunktmäßig die professionelle Umsetzung von Kauf- und Verkaufsmandaten von Unternehmen beinhaltet. Marktakteure in diesem Segment sind kleinere und mittelgroße auf M&A spezialisierte Firmen, M&A-Abteilungen von Banken sowie reine Investmentbanken.
Mezzanine In der allgemeinen Übersetzung bedeutet Mezzanine Zwischenstock. Bei einer Buy-Out Finanzierung handelt es sich bei Mezzanine um eine Finanzierungstranche, die zwischen dem vorrangig besicherten Bankkredit und den Eigenmitteln der Investoren angesiedelt ist. Die Renditeerwartung des Mezzanine-Investors liegt dementsprechend zwischen der eines Finanzinvestors und einer Bank. Die Umsetzung einer Mezzanine-Finanzierung erfolgt üblicherweise als nachrangiges Darlehen, welches mit einem Bezugsrecht auf die Anteile der Erwerbergesellschaft bzw. Newco verknüpft wird (Equity Kicker). Mezzanine-Investoren sind Banken und unabhängige, auf Mezzanine spezialisierte Fonds.
Mezzanine-Finanzierung Fremdfinanzierung, die hinsichtlich der Sicherheiten im Nachrang zu der Senior Debt in einer Akquisitionsfinanzierungsstruktur steht; in der Ausgestaltung flexibles Instrument. Typisch ist wegen der erhöhten Risikostruktur die Ausstattung mit einer höheren Marge als bei einer Senior Debt-Tranche. Sie kann zudem mit einem Optionsrecht auf Anteile am Eigenkapital für den Fall ausgestattet sein, daß das erworbene Unternehmen weiterveräußert wird. Wegen des Nachrangcharakters meist langfristige Finanzierung.
Mid-Cap Markt M&A-Markt für mittelständische Unternehmen.
Mittelverwendungskontrolle (MVK) Kontrolle der Verwendung der von Kapitalanlegern eingezahlten Gelder, z.B. durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Mittelwertverfahren auch “Praktikerverfahren”: rein arithmetischer Ansatz zur Unternehmens wertberechnung aufgrund des Ertragswert- sowie des Substanzwertverfahrens – z.B: nach dem Schema (Ertragswert + Substanzwert):2 = Mittelwert.
Monitoring Monitoring ist die laufende Überwachung eines Portfolio-Unternehmens durch einen Finanzinvestor. Üblicherweise erfolgt dies auf Basis eines monatlichen Reportings und der Festlegung von zustimmungspflichtigen Geschäften durch bspw. einen Beirat oder Aufsichtsrat.
Multiples</td> Multiplikatoren, die im Rahmen pauschalierender, vereinfachter Bewertungen in vielfacher Weise verwendet werden. So gibt es z.B. Kaufpreismultiples; hier wird der Kaufpreis eines übernommenen Unternehmens ins Verhältnis zum Umsatz, EBIT, etc. gesetzt. Darüber hinaus werden häufig auch börsenbewertete Unternehmen zum Vergleich herangezogen. So können diese Werte auch mit dem jeweiligen Börsenkurs gebildet werden. Multiples erleichtern den Vergleich der Bewertung von Unternehmen der gleichen oder einer ähnlichen Branche.
Nachrangiges Darlehen Dies bedeutet, dass im Insolvenzfall eine Rückzahlung erst nach vollständiger Bedienung der vorrangigen Gläubiger möglich ist. Im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs sind bei nachrangigen Darlehen Zinszahlungen und Rückführungen des Darlehensnominales oftmals an die Erfüllung bestimmter Kriterien geknüpft und dementsprechend eingeschränkt.
Net Present Value Wert einer in der Zukunft liegenden Zahlung für die Gegenwart mit Abzinsen hergeleitet. Er ermöglicht den Vergleich von verschiedenen Zahlungsströmen zum Betrachtungszeitpunkt “Gegenwart”. Er folgt dem Opportunitätsprinzip und bewertet alternative Ertragsmöglichkeiten durch Veranlagung der Zahlungen zu dem Zinssatz einer Alternativanlage.
Netto-Finanzverschuldung Definiert als die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich der liquiden Mittel eines Unternehmens.
Netto-Umlaufvermögen Definiert als die Vorräte zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Lieferantenverbindlichkeiten.
Newco Abkürzung für New Company – ist eine für den Erwerb des Zielunternehmens gegründete Gesellschaft, oder eine zu diesem Zweck erworbene Vorrats- gesellschaft. Die Rechtsform einer Newco ist dabei üblicherweise die einer Kapitalgesellschaft.
Note-Facilities Note-Facilities (oder: -Fazilitäten) sind Finanzinnovationen, deren Kern Vereinbarungen zwischen einem oder mehreren Kreditinstituten einerseits und einem Kapitalnehmer andererseits sind; nach diesen Vereinbarungen kann sich der Kapitalnehmer im Rahmen von fünf bis sieben Jahren durch die revolvierende Plazierung von Notes am internationaler Finanzmarkt bis zu einer Obergrenze Mittel beschaffen.
OBO (Owner buy-out) Die bisherigen Gesellschafter eines Unternehmens erwerben unter Ausnutzung des Leverage-Effektes ihr eigenes Unternehmen durch eine neue Holding. Die Transaktion steht häufig in Zusammenhang mit einer familiären Nachfolge- regelung sowie einer teilweisen Institutionalisierung der Anteile. Auch können so unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Abschreibungseffekte ausgenutzt werden.
Operating Margin Operative Ertragsstärke eines Unternehmens. Dabei wird für die Berechnung das Verhältnis von EBIT zu Umsatz oder von EBITDA zu Umsatz zugrundegelegt.
Outsourcing Verlagerung von Wertschöpfungsaktivitäten des Unternehmens auf Zulieferer. Outsourcing stellt eine Verkürzung der Wertschöpfungskette bzw. der Leistungs- tiefe des Unternehmens dar. Durch die Inanspruchnahme qualifizierter, spezialisierter Vorlieferanten für Komponenten und Dienstleistungen werden die Produktions-, Entwicklungs-, aber auch Dienstleistungsgemeinkosten des Unternehmens häufig reduziert. Durch Konzentration auf die Kernaktivitäten werden Kostenvorteile realisiert, die operative und strategische eigene Marktposition so verbessert.
Performance Gibt den Wertzuwachs für einen bestimmten Zeitraum an.
Persönlich haftender Gesellschafter siehe: Komplementär.
Portfolio Die Menge aller Unternehmensbeteiligungen, die eine Gesellschaft hält. Ziel der Portfoliomischung ist eine Streuung des Risikos auf verschiedene Branchen und Finanzierungsphasen.
Post Money Valuation Wert eines Unternehmens nach einer Finanzierungsrunde.
<td>Pre Money Valuation
Wert eines Unternehmens vor einer Finanzierungsrunde.
Price-Earnings-Ratio Auch Kurs-/ Gewinnverhältnis, gibt an, mit dem Wievielfachen des auf eine Aktie entfallenden tatsächlichen Gewinns diese Aktie an der Börse bewertet wird. Entfällt z.B. auf eine Aktie 75,00 € Gewinn, so beträgt bei einem Börsenkurs von 420 € das KGV=5,6.
Private Equity Eigenkapital, welches nicht über formell organisierte und öffentlich zugängliche Märkte wie Aktienmärkte bereitgestellt wird. Finanzinvestoren bezeichnen das von ihnen in Buy-Outs investierte Kapital üblicherweise als Private Equity. Davon abzugrenzen ist Venture Capital, beim dem es sich um Investments in junge Unternehmen mit einem negativen Cashflow handelt.
<td>Private Placement
Ein Private Placement ist, üblicherweise im Rahmen einer Kapitalerhöhung, die Platzierung von Gesellschaftsanteilen oder Anleihen unmittelbar bei einem institutionellen oder privaten Investor.
Privatisierung Überführung öffentlichen Eigentums in private Hand. Teilprivatisierung bezeichnet den Verkauf einzelner Teilbereiche eines öffentlichen Wirtschaftsbetriebs (Eigenbetrieb), einer kommunalen oder staatlichen Institution.
<td>Research Tools
Medien wie Suchdatenbanken, Online-Dienste, Intranet oder Internet zur Recherche von Markt- oder Unternehmenszahlen.
ROI Return on Investment. Erlös aus einer Beteiligung, ausgedrückt durch einen Prozentanteil gemessen am eingesetzten Kapital.
Secondary Buy-Out Buy-Out mit der Besonderheit, dass die Anteile von einem Finanzinvestor erworben werden. In einer derartigen Situation wurde bereits vor dem Erwerb ein Buy-Out umgesetzt. Ein Secondary Buy-Out kann daher als Neuauflage der Struktur interpretiert werden.
Second Stage Financing Finanzierung der Unternehmensexpansion.
Seed Finanzierung der Ausreifung und Umsetzung einer Idee in verwertbare Resultate bis hin zum Prototyp, auf deren Basis ein Geschäftskonzept für ein zu gründendes Unternehmen erstellt wird.
Seed Capital</td> Entsprechend einer Einteilung in Finanzierungsphasen wird „Seed Capital“ in Form von finanziellen Mitteln den noch zu gründenden Unternehmen von Seiten externer Investoren in der Seed Phase vor dem eigentlichen Start-up zur Gründungsvorbereitung sowie zur Entwicklung und Konkretisierung des Unternehmenskonzeptes zur Verfügung gestellt.
Sell Side Verkäuferseite bei Unternehmenstransaktionen.
Sellers Note Verkäuferdarlehen, welches oftmals auch als eine “stehengelassene” Kaufpreisforderung des Verkäufers interpretiert wird. Ein Verkäuferdarlehen ist üblicherweise unbesichert, und erleichtert damit dem Käufer die Finanzierung der Transaktion.
Senior Debt Bei Senior Debt handelt es sich im Rahmen der Finanzierung des Erwerbs des Zielunternehmens um vorrangig besicherte Kredite von Banken. Senior Debt untergliedert sich dabei im Normalfall in einen Term Loan und eine Working Capital Facility. Bei einem Term Loan handelt es sich um ein Akquisitionsdarlehen mit einer festen Laufzeit, welches nach einem im Vorfeld definierten Tilgungsplan zurückgeführt wird. Bei der Working Capital Facility handelt es sich um einen Betriebsmittelkredit, welcher gewährleisten soll, dass dem Unternehmen zur Finanzierung von Veränderungen des Netto-Umlaufvermögens ausreichend Liquidität zur Verfügung steht. Diese Kreditlinie kann üblicherweise revolvierend in Anspruch genommen werden, daher auch die Bezeichnung Revolving Credit Facility.
Share Deal Kauf der Geschäftsanteile des Zielunternehmens.
Shareholder Ein Shareholder besitzt Anteile an einem Unternehmen und ist ein Investor mit Mitspracherechten.
SIC-Branchencode “Standard Industrie Code” – die Einteilung aller Wirtschaftsbranchen in ein hierarchisch aufgebautes Nummernsystem.
Signing</td> Vertragsunterzeichnung des Kaufvertrages. Je nach Vertragsgestaltung können Vertragsunterzeichnung und Vollzug (Closing), d.h. bspw. der Übergang der Anteile auf den Käufer, auseinanderfallen. Der Vollzug ist dabei üblicherweise an die Erfüllung gewisser Voraussetzungen geknüpft, die bei Vertrags- unterzeichnung noch nicht erfüllt sind.
Spin-off Einzelne Bereiche eines Unternehmens werden aus dem Firmenverbund ausgegliedert. Abspaltung eines Unternehmensteils durch Ausgliederung, Neugründung oder buy-out einer neuen Gesellschaft; geschieht oft in Verbindung mit einem Börsengang.
Stakeholder Ein Stakeholder hat ein wirtschaftliches oder gesellschaftspolitisches Interesse an einem Unternehmen, besitzt jedoch keine Anteile. Stakeholder sind bspw. Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten oder Banken.
Start-up Unternehmen in der Gründungsphase, das gerade erst damit beginnt, seine Strukturen aufzubauen und sein Leistungsspektrum zu vermarkten.
Step-Up Aufstockung des Buchwertansatzes eines Vermögensgegenstandes des Anlagevermögens. Step-Ups sind dann relevant, wenn der Kaufpreis den Buchwert übersteigt, und der erworbene Mehrwert zum Teil dem Anlagevermögen durch die Aufdeckung von stillen Reserven zugeordnet werden kann. Diese Möglichkeit ist dabei von der gewählten Transaktionsstruktur und eventuell erforderlicher Strukturmaßnahmen abhängig.
Stille Beteiligung Bei einer stillen Beteiligung investiert ein Investor Kapital für eine bestimmte Laufzeit, ohne selbst direkter Gesellschafter zu werden. Die Beteiligung kann anonym bleiben und wird nicht ins Handelsregister eingetragen.
Strategischer Kauf/Verkauf Kauf/Verkauf mit dem Ziel, die Ausrichtung des Unternehmens am Markt zu verbessern. Ziele können z.B. Risikoteilung, Know-how-Transfer, Neutralisierung von Konkurrenz o.ä. sein
Stuttgarter Verfahren Verfahren zur Bewertung nicht börsennotierter Kapitalgesellschaften oder Anteilen davon. Der gemeine Wert wird unter Berücksichtigung des Vermögenswertes (Reproduktionswertes) ermittelt – korrigiert durch eine zeitlich begrenzte Berücksichtigung der Ertragsaussichten. Das Verfahren wird vor allem bei Steuerlichen Bewertungen zugrunde gelegt.
Subordinated Debt Bei Subordinated Debt handelt es sich im Gegensatz zu Senior Debt um nachrangig besicherte oder unbesicherte Finanzverbindlichkeiten. Subordinated Debt kann zum einen durch externe Investoren in Form von Mezzanine oder einem High Yield Bond bereitgestellt werden. Zum anderen können die Gesellschafter der Newco Subordinated Debt bspw. als nachrangiges Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stellen.
Substanzwertverfahren Methode zur Unternehmenswertberechnung, die allerdings nur das vorhandene Vermögen zugrunde legt und daher i.d.R. nur als Hilfsmethode dient, z.B. für die Ertragswertmethode. Sie zeigt zumindest den Zeitwert des zu bewertenden Unternehmens.
SWOT-Analyse Analyse der Stärken / Schwächen und Chancen / Risiken (engl.: strengths / weaknesses, opportunities / threats).
Taking Private Privatisierung eines aus dem öffentlichen Sektor stammenden Unternehmens oder dessen Unternehmensteile.
Target Unternehmen, welches Zielobjekt einer Kaufabsicht geworden ist.
Tender Call Ein Kaufangebot an die Aktionäre eines Unternehmens.
Tender offer Ein Kaufangebot an die Aktionäre eine Unternehmens.
Term Loan Akquisitionsdarlehen mit einer festen Laufzeit, das nach einem im Vorfeld definierten Tilgungsplan zurückgeführt wird.
Term Sheet Zusammenfassung aller wesentlichen Finanzierungsbedingungen durch eine Bank. Auf Basis von Term Sheets werden Finanzierungsangebote von verschiedenen Banken geprüft und erste Verhandlungen geführt. Das Term Sheet bildet anschließend die Grundlage für den Kreditvertrag.
Track Record Erfolgshistorie eines Unternehmens.
Transaktion Siehe „Unternehmenstransaktion“
Treuhänder auch Treunehmer genannt. Eine natürliche oder juristische Person, die fremdes Eigentum in eigenem Namen, aber für fremde Interessen verwaltet.
Treuhandgesellschaft Unternehmen, das treuhänderisch und uneigennützig »im Auftrag und für Rechnung« eines oder mehrerer Treugeber (Anleger) tätig ist.
Turn Around Sanierung / Finanzierung von Unternehmen nach der Überwindung vorher bestehender Probleme.
Umsatzrentabilität Die Umsatzrentabilität ist wie die Operating Margin ein Indikator für die operative Ertragsstärke eines Unternehmens und kann bspw. über das Verhältnis EBIT zu Umsatz oder Jahresüberschuss zu Umsatz ermittelt werden.
Umwandlung Rechtsformwechsel von Unternehmen. Bei öffentlichen Wirtschaftsbetrieben (Eigenbetriebe), kommunalen oder staatlichen Institutionen: Umwandlung in eine privatwirtschaftliche Unternehmung (Kapitalgesellschaft), auch Korporatiserung genannt.
Underwriting Verbindliche Finanzierungszusage eines Investors oder einer Bank.
Unternehmensakquisition „Akquisition“ ist der Kauf oder die Übernahme von Unternehmen durch Dritte.
Unternehmensbewertung Mit Hilfe von Unternehmens-bewertungsverfahren versucht man den Wert einer Unternehmung oder ihrer Unternehmensteile zu bestimmen. Neben dem Substanz- und Ertragswertverfahren wird seit Mitte der 80er Jahre die Discounted Cash Flow-Methode (DCF-Methode) angewandt, die durch die Umstellung von Gewinnen auf Zahlungsgrößen (Free Cash Flows) und die theoretische Basierung der Diskontfaktoren als eine Verfeinerung der Ertragswert-ermittlung angesehen werden kann. Kritisch bei der DCF-Methode ist, daß sie bei der Unternehmensbewertung nicht alle wertrelevanten Aspekte berücksichtigt. Zu den neueren Ansätzen zählt die Realoptions-methode, bei der es sich nicht um einen vollständig neuen Ansatz handelt, sondern um eine Ergänzung traditioneller Unternehmens-bewertungsverfahren wie der Kapital-wertmethode. Das Ergebnis der Real-optionsmethode stellt einen sog. erweiterten Kapitalwert dar, der die Summe aus dem herkömmlichen Kapitalwert und dem Wert von Handlungsspielräumen repräsentiert. Folglich wird der herkömmliche Kapitalwert, der in diesem Zusammen-hang als passiver Kapitalwert bezeichnet wird, nicht ersetzt, sondern um den Wert der Flexibilität erweitert.
Unternehmenstransaktion Unternehmenskauf oder -verkauf bzw. der gesamte Prozeß einer Unternehmensübertragung.
USP Unique Selling Proposition: Einzigartiges Nutzenangebot. Eine Geschäftsidee sollte eine Unique Selling Proposition aufweisen, also dem Kunden eine einzigartige Lösung anbieten, um marktfähig zu sein.
Value Added Wertzuwachs, der z.B. durch Einbringen von Management-Know-how und die Betreuung der Beteiligungsgesellschaft erzielt wird.
Value of Debt Wert der Netto-Finanzverschuldung. Dieser wird ermittelt, in dem sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen zins-tragenden Verbindlichkeiten (insbesondere Bank-verbindlichkeiten) addiert werden, und davon die frei verfügbare Liquiditätsposition (insbesondere Kasse) abgezogen wird.
Value of Equity Wert des Eigenkapitals bzw. der Anteile. Bei einem börsennotierten Unternehmen entspricht der Value of Equity der Marktkapitalisierung. Value of Equity errechnet sich aus dem Unternehmenswert (Enterprise Value) abzüglich dem Wert der Netto-Finanzverschuldung (Value of Debt).
(VC) Venture Capital Risikokapital, Wagniskapital — Zur Verfügungstellung von haftendem Kapital über Einen bestimmten Zeitraum, verbunden mit unternehmerischer Beratung des Kapitalnehmenden Unternehmers. Die Bereitstellung des Kapitals wird nicht vom Vorhandensein beleihungsfähiger Kreditsicherheiten abhängig gemacht, sondern allein von den geschätzten Ertragschancen des zu finanzierenden Objektes.
Verbindliches Angebot Verbindliche Abgabe eines Preisangebotes für ein Unternehmen oder Unternehmensteile durch einen möglichen Erwerber.
Vergleichswertverfahren Methode zur Ermittlung des Unternehmenswerts unter Berücksichtigung von Zu- und Abschlägen auf Werte von Vergleichsunternehmen – (nur grobe Wertbestimmung).
Verschuldungsgrad Der Verschuldungsgrad resultiert aus der Finanzierungsstruktur und entspricht in der Interpretation dem Leverage.
Vorfälligkeitsvergütung Vergütung für vorzeitige Zahlung (vor Fälligkeit) der Kapitaleinlage. Eine Art Zinsertrag für den Anleger – steuerlich: Sonderbetriebseinnahmen.
Walkout Verlassen Manager ein Unternehmen, um anderorts ein Buy-in durchzuführen oder selbständig zu werden, wird von einem „Walk-out“ gesprochen.
Working Captal Facility Betriebsmittelkredit, der gewährleWorking Capiisten soll, dass dem Unternehmen zur Finanzierung von Veränderungen des Netto-Umlaufvernögens ausreichend Liquidität zur Verfügung steht. Diese Kreditlinie kann üblicherweise revolvierend in Anspruch genommen werden; daher auch die Bezeichnung „Revolving Credit Facility“.
Zertifikate Zertifikate sind börsennotierte Wertpapiere, deren eigener Preis aus den Kursen anderer Vermögenswerte abgeleitet wird. Dies können Börsenindizes, Aktien oder auch Rohstoffe und Anleihen sein. Im Gegensatz zu anderen Wertpapieren wie Aktien, Anleihen oder Investmentfonds folgt die Preisberechnung bei Zertifikaten also nicht aus Angebot und Nachfrage nach dem Zertifikat selbst, sondern wird wesentlich durch die Kursbewegungen des jeweils indirekt über Finanzderivate abgebildeten Vermögenswertes (Basiswert) bestimmt. Dabei gelten in der Regel klar definierte “Wenn-Dann”-Bestimmungen, die festlegen bei welchem Kursverlauf des Basiswertes mit welcher Rückzahlung zu rechnen ist. Diese enge Kopplung an den Basiswert ermöglicht dem Anleger beispielsweise den (vorübergehenden) Tausch einer Aktienposition gegen ein Zertifikat auf die selbe Aktie, um in bestimmten Marktphasen die besonderen Möglichkeiten des jeweiligen Zertifikattyps zu nutzen, ohne die Grundausrichtung des Depots zu verändern. Zu beachten ist dabei, dass unter dem Sammelbegriff “Zertifikat” zum Teil sehr unterschiedliche Produktgruppen zusammengefasst werden. So verwenden einige Anbieter den Begriff “Zertifikat” ausschließlich für Investmentprodukte deren Risikoprofil mit dem der “normalen” Aktienanlage vergleichbar oder sogar deutlich geringer ist. Andere Produktanbieter nutzen den Begriff des Zertifikats aber auch für hochriskante Spekulationsinstrumente, wie dem so genannten “Turbo-Zertifikat”, bei dem eine erhöhte Gefahr des Totalverlusts des eingesetzten Kapitals besteht. Was ist ein Bonus-Zertifikat? Bonus-Zertifikate eröffnen dem Anleger die Möglichkeit mit gebremstem Risiko in eine Aktie oder einen Index zu investieren, ohne dabei das Aufwärtspotenzial bei starken Kursgewinnen des Basiswertes zu beschneiden. Zusätzlich ermöglichen sie auch bei unverändertem oder sogar moderat fallenden Kursen eine ansprechende Rendite, die in der Regel deutlich über den aktuell üblichen Zinssätzen am Kapitalmarkt liegt. Damit unterscheiden sie sich deutlich von anderen Anlageformen, wie Discount- und Index-Zertifikaten, oder auch Aktien. Gegenüber Discount-Zertifikaten haben Bonus-Zertifikate den Vorteil, dass das Gewinnpotenzial nicht durch eine Obergrenze beschränkt wird. Gegenüber Aktien und Indexzertifikaten liegt der Reiz in dem oft beachtlichen Sicherheitspuffer und in der Chance auf attraktive Erträge, falls der erwartete Kursanstieg ausbleibt. Im Gegenzug verzichtet der Anleger bei Bonus-Zertifikaten allerdings auf etwaige Ausschüttungen (z.B. Dividenden), die während der Laufzeit des Zertifikats bei den abgebildeten Basiswerten anfallen. Diese werden vom Emittenten zur Finanzierung der Sicherheitsfunktion verwendet und gehen dem Anleger folglich verloren. Welche Risiken bergen Zertifikate? Die meisten Zertifikate unterliegen den gleichen Marktrisiken, wie andere Anlageformen auch. Das gilt auch für Produkte mit abgemildertem Risiko, wie Discount- oder Bonus-Zertifikaten. Denn bei starken Wertverlusten des abgebildeten Basiswertes, kann es auch bei diesen Produkten zu deutlichen Kapitaleinbußen kommen. Eine Ausnahme sind Garantie-Zertifikate, bei denen zumindest zum Fälligkeitstermin eine Garantie auf den anfänglichen Anlagebetrag gegeben wird. Hier ist das Verlustrisiko auf den Konkursfall des Emittenten beschränkt. Ein im Vergleich zur Aktienanlage deutlich erhöhtes Risiko weisen hingegen die sogenannten Turbo- oder Knock-Out-Papiere auf, bei denen auch moderate Kursverluste des Basiswertes zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Was sind die Nachteile von Zertifikaten? Zertifikate sind Finanzderivate, bei deren Konstruktion auch Optionskomponenten verwendet werden. Sie ermöglichen das spezielle Auszahlungsprofil bei Fälligkeit. Dieses ist klar umrissen und steht in der Regel von vornherein fest. Weniger klar ist hingegen die Preisbildung während der Laufzeit. Sie kann vom Anleger oft nur schwer oder gar nicht nachvollzogen werden, da die Wertentwicklung der enthaltenen Optionskomponenten durch viele bisweilen auch gegenläufige Effekte beeinflusst wird. Diese können sich zu Gunsten, aber auch zu Ungunsten des Anlegers bemerkbar machen. Daher sollte bei dem Kauf eines Zertifikats mit fester Laufzeitbindung stets in Erwägung gezogen werden, dass entsprechende Papier tatsächlich bis zur Fälligkeit zu behalten. Zu diesem generellen Nachteil kommen je nach Produkttyp weitere spezifische Nachteile hinzu. Denkbar sind die Beschränkung der möglichen Gewinne durch einen “Cap” oder der Verzicht auf etwaige Zusatzerträge (vor allem Dividenden). In wie weit dies für ein bestimmtes Produkt zutrifft, muss im Einzelfall geprüft werden. Das Capped Bonus Zertifikat partizipiert an der Performance des Underlyings bis zum Cap und ist gegebenenfalls mit einem Bonus ausgestattet. Sollte das Underlying zu keiner Zeit während der Laufzeit auf oder unterhalb des Barrier-Betrages notieren, aber am Ausübungstag unterhalb des Bonusbetrags, so erhält der Anleger einen Betrag von Bonusbetrag * Bezugsverhältnis (Bonus). Ansonsten errechnet sich der Rückzahlbetrag aus Schlussreferenzstand * Bezugsverhältnis, ist aber auf maximal Cap * Bezugsverhältnis begrenzt.
Zinsabschlagsteuer Kapitalertragsteuer auf Zinsen, die bei der Auszahlungsstelle der Zinsen (häufig einer Bank) einbehalten wird.